Reicht beim Pedelec eine Zweifach-Kurbel aus?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob man beim Pedelec aus Gewichts Gründen auf eine Dreifach-Kurbel verzichten kann.

Die Antwort lautet ganz klar nein. Dies aus mehreren Gründen, auf die wir im weiteren Verlauf noch eingehen werden. Zunächst wollen wir uns aber anschauen, warum überhaupt auf das dritte Kettenblatt verzichtet werden soll.

  • Das Gewicht – zwei Kettenblätter sind leichter als drei und man spart so Gewicht, was gerade bei den ohnehin schwereren Pedelecs wichtig ist
  • Mit Zweifach-kurbeln muss man weniger schalten
  • Zwei Kettenblätter bedeuten weniger Verschleiß

Die Gewichtsersparnis

Das Ansinnen ist durchaus verständlich. Schließlich versucht schon jeder normale Radfahrer am Gewicht seines Fahrrads zu sparen.

Bedenkt man beim Pedelec noch das zusätzliche Gewicht des Motors, scheint der Wunsch nach Gewichts-Tuning umso verständlicher.

Im Hinblick auf die Frage ob Zweifach-oder Dreifach-Kurbel ist das Gewicht jedoch kein Argument. Das eingesparte Kettenblatt sorgt für gerade mal 50 bis 60 Gramm weniger Gewicht. Das alleine wäre schon kein besonders nennenswertes Ergebnis.

Hinzu aber kommt, dass bei den meisten Zweifach-Kurbeln eine größere Kassette mit 36-er Ritzel verwendet wird, um wenigstens eine einigermaßen vernünftige Übersetzung zu erreichen. Diese größere Kassette wiegt nun wiederum 20 bis 40 Gramm mehr, sodass die Gewichtsersparnis insgesamt noch unspektakulärer wird.

Mit Zweifach-Kurbeln weniger schalten?

Auf den ersten Blick sieht es so. Wenn nichts zum schalten da ist, schaltet man auch weniger. Aber das stimmt nur bedingt. Denn wenn man schaltfaul ist, tritt man mit Dreifach-Kurbeln sowieso die meiste Zeit auf dem mittleren Kettenblatt. Nur während der Abfahrten verwendet man das große Kettenblatt und bei steilen Anstiegen wechselt man aufs kleinere.

Verwendet man aber nun eine Zweifach-Kurbel, hat man mit Ausnahme von steilen Anstiegen und Abfahrten immer ein wenig das Gefühl, nie den richtigen Gang zu erwischen und schält so viel öfter hin und her, als wenn ein drittes Kettenblatt zur Verfügung stünde.

Weniger Verschleiß

Mit einer Zweifach-Kurbel hat man eine bessere Kettenlinie und weniger Schräglauf. Dadurch verringert sich der Verschleiß. Auch das hört sich in der Theorie zunächst einmal gut an aber es stimmt nicht wirklich.

Der Verschleiß hat vielmehr mit der Qualität von Ritzel und Kette, dem Fahrergewicht, den benutzten Gängen und der Witterung zu tun. Zwar stimmt es, dass die Kettenlinie bei der Zweifach-Kurbel etwas gerader verläuft, auf den Schräglauf hat das jedoch keine Auswirkung.

Einfach deshalb, weil man extremes Schalt-Verhalten sowohl in der einen als auch in der anderen Version vermeiden soll. Man fährt – egal ob mit Zweifach- oder Dreifach-Kurbel – grundsätzlich nicht gleichzeitig auf den kleinsten oder größten Ritzeln.

Besonderheit beim Pedelec

Das bereits geschriebene gilt neben normalen Fahrrädern natürlich auch für Pedelecs und hier sogar ganz besonders.

Durch die Motorunterstützung bemerkt man nämlich nicht immer, wie sehr der Motor arbeiten muss. Gift für jeden Elektromotor ist eine hohe Leistungsaufnahme bei gleichzeitig geringer Geschwindigkeit. Wird er auf diese Art und Weise längere Zeit „gequält“, kann er mitunter mit Leistungsverlust reagieren.

Dem kann man vorbeugen, indem man den Motor durch aktives Schalten unterstützt. So wie es auch uns anstrengt, im größten Gang anzufahren, „fühlt“ sich auch ein Fahrradmotor hier nicht besser. Deshalb gilt auch beim Pedelec: anfahren in kleinen Gängen und insgesamt eine etwas höhere Trittfrequenz bevorzugen.

Bildquelle: Fahrrad.de Shop

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