Pinion P 1 eine kompakte 18-Gang Getriebeschaltung perfekt für Pedelecs?

2011 ist sie Serienreif. Die Pinion P1 18-Gang Getriebeschaltung von der Pinion GmbH. Flop oder Top?

Quelle: Pinion GmbH

Ist das jetzt die Revolution auf dem Schaltungsmarkt? Sicher ist jedenfalls, dass gerade Pedelecs prädestiniert sind, mit einer Getriebeschaltung bewegt zu werden. Doch dazu später im Fazit mehr.

Getriebeschaltungen sind nicht neu

Seit Bike Pionier Kalle Nicolai das erste Getriebe Bike vorgestellt hat, wird in der Branche an möglichen Lösungen gebastelt.

Seine Intension damals war, dass sich kein Autofahrer gefallen lassen würde, sein Auto nur während der Fahrt schalten zu können. Warum sollte das bei Bikern anders sein?

2008/2009 wurde ein weiterer Meilenstein erreicht. Die SRAM Getriebekurbel Hammerschmidt wurde vorgestellt und die Bikewelt war begeistert.

Mehr Bodenfreiheit, weniger Wartung und trotzdem ein Menge Schaltkomfort.

Nun ist mit der Pinion Getriebeschaltung von Michael Schmitz und Christoph Lermen ein neuer Höhepunkt erreicht.

634% Gesamtübersetzungsverhältnis, gekapselte Alubox und 18 Gänge, die sich butterweich schalten lassen.

Nicht alles ist perfekt

An sich eine runde Sache aber wo Licht ist, ist auch Schatten und so gibt es natürlich auch ein paar Nachteile bei Schaltgetrieben.

Nicht jeder Rahmen passt

So braucht man beispielsweise einen eigenen Rahmen für das Getriebe, da dieses nicht in jeden beliebigen Rahmen eingebaut werden kann. Das schränkt die Nutzbarkeit natürlich enorm ein.

Entweder ist man auf einen Hersteller festgelegt oder ist gezwungen, sein Bike selbst aus einzelnen Komponenten aufzubauen.

Beim Pinion Getriebe geht zum gegenwärtigen Zeitpunkt selbst das nicht, da sich die Entwickler dazu entschlossen haben, das Getriebe zunächst nur in Zusammenarbeit mit den Herstellern in Kompletträdern anzubieten.

Hohes Gewicht

Mit rund 2,7 kg ist das Pinion Getriebe etwa ein Kilogramm schwerer als beispielsweise die Rohloff Speedhub Nabenschaltung und rund 400 Gramm schwerer als die bereits erwähnte Hammerschmidt.

Hoher Preis

Der dürfte das Hauptmanko sein. Auf der Herstellerseite ist kein Preis vermerkt. Das ist aber auch logisch, da ein Verkauf an Endkunden bislang nicht vorgesehen ist. Von daher also nachvollziehbar.

Es wird aber gemunkelt, dass der Preis geringfügig höher sein soll, als der einer Rohloff Speedhub.

Vorteile

So, genug der Nachteile. Kommen wir zu den Vorteilen.

Viel Bodenfreiheit

Da wir von Elektro-Bike.Biz eher dem Freeride Lager zuzurechnen sind, ist eine große Bodenfreiheit ein sehr wichtiges Kriterium.

Die berüchtigten Kettenblatt-Aufsetzer auf Wurzeln oder Steinen gehören mit einer Getriebeschaltung der Vergangenheit an. Ein dickes Sicherheitsplus und echter Mehrwert, was den Fahrspaß betrifft.

Schalten unter Last und im Stand

Das mit Abstand sinnvollste Feature einer Getriebeschaltung und neben Wartungsarmut sicherlich die Hauptmotivation für ein Getriebe-Bike.

Egal ob an Ampeln, nach Abfahrten oder unfreiwilligen Stops. Getriebe Bikes lassen sich problemlos im Stand und unter Last schalten (Beim Pinion funktioniert das herunterschalten nur unter Teillast).

18 Gänge

Speziell das Pinion P1 Getriebe ist mit seinen 18 Gängen und kleinen Gangsprüngen von 11,5% einzigartig am Markt.

Es hat zwei Stufen. Eine 3-Gang und eine 6-Gang Stufe. Die 3-Gang Stufe ist vergleichbar mit den vorderen drei großen Kettenblättern einer herkömmlichen Kettenschaltung.

Die 6-Gang Stufe bildet das hintere, 6-teilige Ritzelpaket nach. Durch die Kombination der zwei Stufen ergeben sich 18 Gänge, die sich butterweich schalten lassen.

Kaum Wartung

Das Getriebe ist verkapselt und läuft im geschlossenen Ölbad. Außer einem Ölwechsel, der voraussichtlich alle 10.000 Kilometer fällig wird, fallen kaum Wartungskosten an.

Geringster Verschleiß

Das dürfte der Hauptvorteil einer Getriebeschaltung sein. Durch die kompakte Bauweise fehlen einfach die Teile, die bei normalen Kettenschaltungen die meisten Kosten verursachen.

Die üblichen Verdächtigen, wie Kettenblätter, Umwerfer und Schaltauge, die am normalen Bike die meisten Probleme verursachen, sind beim Getriebe Bike kein Problem.

Klar, wo nichts ist, kann auch nichts kaputt gehen. Auch der berüchtigte Kettenklemmer ist passe. Und dank Single Speed Kette braucht man auch keine Kettenführung mehr.

Fazit

Nach unserer Einschätzung wird auch das Pinion P1 Getriebe wie seine Mitbewerber Rohloff Speedhub und Hammerschmidt im normalen Fahrradbereich ein Nischendasein führen.

Zu hoch der Preis, zu viel Gewicht und zu wenig Flexibilität in der freien Zusammenstellung von einzelnen Komponenten.

Anders sieht es dagegen beim Elektrofahrrad aus. Denn gerade für ein Pedelec ist eine Getriebeschaltung nahezu ideal. Die Gewichtsfrage stellt sich dank der Motorisierung nicht und der etwas höhere Preis macht sich bei den ohnehin hochpreisigen Pedelecs nicht so stark bemerkbar wie bei normalen Fahrrädern.

Getriebeschaltungen sind die Zukunft für Pedelecs. Und da der Elektrofahrrad Markt stetig wächst, werden es wohl auch die Hersteller in naher Zukunft schaffen, etwas mehr Flexibilität zu ermöglichen.

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