Kurz-Check: 8 Arbeitsschritte, um Ihr Elektrofahrrad winterfest zu machen

SchneeflockeWenn es draußen kalt und vielerorts weiß wird, ist für viele von uns die Zeit der Touren vorbei.

Auch die beliebte Feierabend Runde gestaltet sich aufgrund der früh einsetzenden Dunkelheit schwierig.

Höchste Zeit, das Bike winterfest zu machen, damit es im Frühjahr für die Eröffnungstour bereit steht.

Am wichtigsten ist dafür eine gründliche Reinigung. Dieser Kurzcheck hilft Ihnen dabei, die wichtigsten Handgriffe zu erledigen.

1. Reinigung

Vor dem überwintern sollten Sie Ihr Elektrofahrrad gründlich reinigen. Je nach Einsatzzweck wird der Verschmutzungsgrad unterschiedlich hoch sein.

Wichtig sind der Rahmen, die Kabel, die Kette und die Griffe. Entgegen landläufiger Meinung reicht es meist aus, das Bike mit klarem Wasser und einem Schwamm zu reinigen.

Aggressive Reinigungsmittel müssen nicht sein, es sei denn, das Bike ist wirklich extrem verschmutzt.

Auch von Gartenschlauch und vor allem dem Dampfstrahler sollte man die Finger lassen. Die Gefahr, durch den hohen Wasserdruck die Schmierung raus zu waschen ist zu groß.

2. Schmierung

Schalt- und Bremszüge

Für fast jedes bewegliche Teil gibt es eine spezielle Schmierart. Schaltzüge lassen sich am besten gängig halten, indem man Kriechöle wie zum Beispiel WD-40 verwendet.

Tretlager

Vom Tretlager sollte man solche Öle allerdings fernhalten. Denn Kriechöle waschen mit der Zeit das Fett heraus.

Sollte das Tretlager eine Schmierung nötig haben, ist dafür unbedingt Fett zu verwenden. Dabei auf ein Fett mit einem niedrigen Wasseranteil achten.

Kette und Ritzel

Die Kette ist zusammen mit den Zahnkränzen gerade am Elektrofahrrad eines der am meisten belasteten Bauteile und sollte deshalb  generell geschmiert werden. Nicht nur beim Wintercheck.

Vor der Schmierung muss sie allerdings gereinigt werden. Auch hier sollte man der Kette zuliebe auf chemische Reiniger verzichten.

Handarbeit ist zwar aufwändig aber langfristig die einzig vernünftige Methode. Besonders, wenn man etwas wertigere Ketten verwendet.

Neben Putzlappen sind Zahnbürsten das Mittel der Wahl.

Grundsätzlich gibt es drei mögliche Arten der Kettenpflege.

  • Kettenfett/Wachs/Vaseline – das sind zähflüssige Öle, die die Kette schützen, leichtgängig halten und Schmutz fernhalten „sollen“. Leider funktioniert das nicht immer. Ein bewährtes Mittel ist das bekannte Öl von Rohloff.
  • Kriechöle wie WD-40 – was für das Tretlager gilt, gilt eigentlich auch für die Kette. Kriechöle waschen die dauerhafte Schmierung aus, indem sie Öl und Fett verdünnen. Es kann aber gut gehen, wenn man die Kette alle 14 Tage mit WD-40 einsprüht
  • Gar keine Pflege – prinzipiell ist es möglich, auf jedwede Pflege zu verzichten und einfach in regelmäßigen Abständen Kette und Ritzelpaket auszutauschen. Je nach verwendeten Komponenten kann das aber auf Dauer eine recht teure Angelegenheit werden.

3. Felgenbremsen

Viele Elektrofahrräder mit Rücktrittbremse  und viele Umbauten verwenden noch Felgenbremsen.

Bei diesen ist es wichtig, hin und wieder die korrekte Einstellung zu überprüfen. Sitzen die Beläge an den richtigen Stellen? Kommt noch genügend Bremsdruck an oder müssen die Züge nachgestellt werden?

Auch die Felge selbst sollte kontrolliert werden. Ist sie schon lange im Einsatz, kann es sein, dass das Material an den Flanken mittlerweile zu dünn ist und somit Bruchgefahr besteht. Unbedingt vom erfahrenen Händler überprüfen lassen.

Von Zeit zu Zeit ist es ratsam, die Felgenflanken mit einem speziellen Felgen-Radierer vom Bremsschmutz zu befreien. Das verbessert zum einen die Bremsleistung und zum anderen kann es lästige Quietschgeräusche reduzieren.

4. Scheibenbremsen

Nachfolgend werden nur hydraulische Scheibenbremsen behandelt. Mechanische Scheibenbremsen sind nach unserer Meinung verkehrsunsicher und sollten nicht verwendet werden.

Als erstes sollte man die Bremsbeläge kontrollieren. Sollten sie mehr als zur Hälfte abgenutzt sein, ist es ratsam, sie zu erneuern. Tipp: die alten Beläge nicht wegwerfen, sondern als Ersatzbeläge in der Werkzeugtasche mit sich führen.

Im Winter ist der richtige Zeitpunkt, die Bremsen zu entlüften. Das macht keiner gerne und für viele ist es ein Buch mit sieben Siegeln.

Abhilfe schafft hier nachfolgendes Video von Magura, in dem das Prinzip des Entlüftens sehr gut und einfach nachvollziehbar erklärt wird.

5. Schrauben

Sämtliche lockere Schrauben unbedingt nachziehen. Dabei auch die Griffe am Lenker und die Kontrolleinheit, sowie die Kabelverbindungen nicht vergessen.

Bei der Gelegenheit kann man auch gleich den Lenker im Bereich der Verschraubung mit dem Vorbau auf Materialermüdung überprüfen.

6. Steuersatz

Der Lenker darf kein Spiel haben. Zur Überprüfung des Steuersatzes einfach die Vorderbremse anziehen und das Rad leicht vor und zurück bewegen.

Spürt man ein leichtes klacken, muss der Steuersatz nachgestellt werden.

Dazu löst man die seitlichen Klemmschrauben des Vorbaus (damit wird das Gabelrohr fixiert) und entfernt die A-Head Abdeckung oben auf dem Vorbau. (sofern vorhanden – bei manchen A-Head Kappen sieht man auch direkt die Schraube).

Nun stellt man mit einem Inbusschlüssel das Lagerspiel ein (Achtung: nur in halben Umdrehungen arbeiten).

Sobald kein Spiel mehr vorhanden ist, zieht man den Steuersatz wieder mit den seitlichen Schrauben fest – fertig.

7. Reifen und Räder

Falls Sie keine eigene Luftpumpe haben und womöglich auf eine Tankstelle angewiesen sind, pumpen Sie die Reifen gut auf, bevor Sie das Rad wegstellen. Nichts ist ärgerlicher, als im Frühjahr erst das Rad ins Auto laden zu müssen und zur nächsten Tankstelle zu fahren, um die Reifen aufzupumpen.

Überprüfen Sie bei der Gelegenheit auch gleich die Mäntel auf spröde Stellen oder Risse.

Ganz wichtig sind die Speichen. Diese sollten auf festen Sitz kontrolliert werden. Falls sie locker sind, müssen sie mit einem Speichen schlüssel nachgezogen werden.

Sind es nur ein paar wenige, können Sie das selbst machen. Sollten mehrere Speichen locker sein, bringen Sie das Rad am besten in eine Werkstatt.

8. Akku

Zum Glück sind Akkus von Elektrofahrrädern weitgehend wartungsfrei. Ein paar Kleinigkeiten sollten aber beachtet werden.

Zum überwintern des Bikes sollten Sie den Akku entfernen und gesondert lagern. Da es bei modernen Lithium Ionen Akkus keinen Memory Effekt mehr gibt, können Sie die Batterie während der Nichtnutzung ruhig alle zwei Monate aufladen.

Achten Sie beim aufladen aber darauf, dass sie die Batterie nur in Räumen aufladen, die zwischen +10° und +30° warm sind.

So, das wars eigentlich schon. Mit diesen 8 Arbeitsschritten ist ihr Elektrofahrrad winterfest und macht Ihnen im Frühjahr wieder viel Freude.

Auch wenn es lästig ist, wünschen wir Ihnen trotzdem viel Spaß bei der Pflege ;-).

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2 Kommentare zu Kurz-Check: 8 Arbeitsschritte, um Ihr Elektrofahrrad winterfest zu machen

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