Fahrradnavigation – ein erster Überblick

Ein Navi fürs Fahrrad oder genauer – fürs Elektrobike ist eine feine Sache.

Touren mit dem Pedelec oder E-Bike fallen ja dank der Motorisierung gerne mal etwas länger aus. Plötzlich wagt man sich an Strecken, die ohne Motorunterstützung undenkbar wären.

Voraussetzung für gelungene Touren ist allerdings, dass sie störungsfrei verlaufen. Nichts ist ärgerlicher, als an jeder Weggabelung anhalten zu müssen, um umständlich auf der Karte nach dem richtigen Weg zu suchen.

Was für Autofahrer schon seit langem selbstverständlich ist, wird auch unter Fahrradfahrern immer populärer. So ein Fahrrad Navi erleichtert das Touren Leben ungemein und schon die Planung im Vorfeld kann riesigen Spaß machen.

Mit Freunden und Familie die perfekte Tour zusammenstellen, auf dem Navi abspeichern und wann immer man will losfahren. Wobei die Planung noch nicht mal sein muss, denn je nach Gerät ist es auch möglich, einfach ein Ziel einzugeben und loszufahren.

Da über Fahrrad Navis aber relativ wenig bekannt ist, wollen wir mit einer lockeren Artikelserie ein bisschen zur Aufklärung beitragen, damit ihnen die Wahl des richtigen Gerätes leichter fällt.

Die verschiedenen Fahrradnavigation-Geräte

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Varianten. Zum einen Navigationsgeräte mit Kartendarstellung (ähnlich denen, wie man sie von Autos gewohnt ist) und zum anderen Navigationsgeräte ohne Kartendarstellung (es wird lediglich die Richtung per Pfeil oder Kompass Nadel angezeigt).

Und nicht zuletzt gibt es dann auch noch die Möglichkeit der Fahrradnavigation via Smartphone – beispielsweise in Form einer iPhone App.

Fahrradnavigation mit Kartendarstellung

Im Vergleich zu den Fahrrad Navis ohne Kartendarstellung sind Navis mit Kartendarstellung voll Routing-fähig. Das heißt, man gibt lediglich Start und Ziel ein und das Navi führt einen zum Ziel.

Diese Form der dynamischen Zielführung dürfte am bekanntesten sein. Lehnt sie sich doch von der Bedienung und dem Design her stark an das bekannte Navi aus dem Auto an.

Man verfügt je nach Modell über ein Display, auf welchem eine mehr oder weniger realistische Umgebung abgebildet ist, auf der die vorhandenen Straßen und Wege angezeigt werden.

Vorteile der Kartendarstellung

  • Durch die Visualisierung des Streckenverlaufs verfügt man über eine optische Kontrollmöglichkeit, ob man sich auf den richtigen Weg befindet
  • Die aufwendige Zusammenstellung einer Tour mit Abspeicherung diverser Wegepunkte entfällt komplett (siehe Fahrrad Navigation ohne Kartendarstellung)
  • Änderung des Streckenverlaufs jederzeit möglich durch Eingabe von Start und Ziel

Nachteile der Kartendarstellung

  • Die benötigten Geräte sind aufgrund des größeren Displays etwas unhandlicher und schwerer
  • Der Preis. Fahrrad Navis mit Kartendarstellung sind deutlich teurer als solche ohne. Zudem verursacht das benötigte Kartenmaterial zusätzliche Kosten

Fahrradnavigation ohne Kartendarstellung

Auch die Fahrradnavigation ohne Kartendarstellung funktioniert mittels GPS. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass keine visuelle Streckenführung vorhanden ist.

Im Gegensatz zur Fahrradnavigation mit Kartendarstellung ist in dieser Variante lediglich ein Richtungspfeil auf dem Display zu sehen, der anzeigt in welche Richtung man sich bewegen soll.

Damit es nun nicht einfach querfeldein geht, kann man die geplante Strecke zwischen Start und Ziel in einzelne, kleine Abschnitte unterteilen.

Dazu legt man bei der Planung bestimmte Streckenabschnitte fest und markiert diese jeweils mit einem Wege-oder Markierungspunkt. Solche Wegepunkte sind meist Wegegabelungen oder vorgesehene Pausenstationen.

Der Aufwand hierfür kann je nach Anzahl der Wegepunkte recht ordentlich sein. Zwar gibt es im Internet schon einige vorgefertigte Strecken, die man verwenden kann; man ist allerdings weitestgehend daran gebunden und Änderungen lassen sich ebenfalls nur mit entsprechenden Zeitaufwand vornehmen.

Vorteile bei Verzicht auf Kartendarstellung

  • Die benötigten Geräte sind recht klein, leicht und handlich
  • Die Batterie hält deutlich länger als bei Geräten mit Kartendarstellung, da kein Energiefressendes großes Display mit versorgt werden muss

Nachteile bei Verzicht auf Kartendarstellung

  • Hoher Aufwand bei der Tourenplanung
  • Route kann nur mit beträchtlichem Aufwand während der Tour geändert werden
  • Je größer die Distanz zwischen den einzelnen Wegepunkten, desto ungenauer die Streckenführung

Fahrradnavigation mit einem Smartphone

Selbstverständlich verfügen in Zeiten des mobilen Webs auch Systeme wie Android oder Apples iPhone über eine Navigationsmöglichkeit. Einen ausführlichen Bericht über die Navigation mit dem Android findet sich übrigens auf dem Mountainbike Blog.

Vorteile der Navigation mit einem Smartphone

  • Es muss kein zusätzliches Gerät gekauft werden
  • Technische Spielereien wie Strecken aufzeichnen, bewerten und direkt per E Mail versenden (ob das nun ein Vorteil ist oder nicht liegt sicherlich auch im Auge des Betrachters)
  • Durch Communities besteht die Möglichkeit, kostenlos an Kartenmaterial zu gelangen

Nachteile der Navigation mit einem Smartphone

  • Ein Smartphone ist ein Smartphone und ein Navi ein Navi. Ein Kombi Gerät verfügt in aller Regel nicht über alle Fähigkeiten wie eines, das speziell für diesen Zweck hergestellt wird
  • Der Preis. Selbst die teuersten Fahrrad Navis sind immer noch günstiger als ein Smartphone, was sich auch bei einem möglichen Sturz mit dem Rad und der damit einhergehenden Beschädigung des Navis bemerkbar machen dürfte
  • Die Batterieleistung. Gerade iPhone Nutzer klagen gerne mal über relativ kurze Nutzungszeiten Ihrer Geräte.
  • Nicht sehr robust. Während guten Fahrrad Navigations Geräten Erschütterungen, Staub, Schmutz, Feuchtigkeit und Wasser nichts anhaben können, sind Smartphones in diesem Fall eher ungeeignet

Sonstige Funktionen

Natürlich verfügen spezielle Fahrradnavigations-Geräte über spezifische Anforderungen von Radfahrern. So ist die Erstellung eines Streckenprofils mit Angabe der Höhenmeter, Durchschnittsgeschwindigkeit und Puls bei vielen Geräten möglich. Abhängig ist dies natürlich wie immer auch vom Preis.

Fazit

Wer einmal ein Fahrrad Navi auf Tour getestet hat, wird zukünftig nur sehr ungern darauf verzichten wollen. Dafür ist das Handling mittlerweile zu angenehm und komfortabel geworden.

In einem der nächsten Artikel stellen wir Ihnen einige ausgesuchte Geräte vor, so dass sie sich selbst ein Bild von der Leistungsfähigkeit machen können. Bis dahin wünschen wir wie immer eine gute Zeit und allzeit gute Fahrt…

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