Elektro Freerider – der Rahmen

[Dieser Artikel ist Teil des Elektro Freeride Projekts]

Beginnen wollen wir mit dem Herz eines jeden Bikes – dem Rahmen. Dieser muss unbedingt passen, sonst ist mit dem Fahrspaß relativ schnell Schluss. Zwar gilt das prinzipiell für jeden Fahrradtyp, ist bei einem Freerider aber besonders wichtig.

Neben der Geometrie und ein paar anderen Daten, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen, muss eines noch vorweg gesagt werden.

Was heute als Freerider gilt, wäre noch vor wenigen Jahren ein waschechter Downhiller gewesen. So kommt es, dass Bikes mit Federwegen von weniger als 180 mm oft schon als Enduro bezeichnet werden.

Das ist zwar Bike-Spezifisch durchaus gerechtfertigt; fahrtechnisch aber nicht unbedingt. In dieser Artikelserie geht es jedoch um das Fahrerlebnis Freeride und nicht um technische Daten.

Dazu gehört, dass ein Bike auch wendig sein muss. Sicherlich lassen sich mit massig Federweg und äußerst flachen Lenkwinkeln auch die verblocktesten Trails einfach wegbügeln. Auf den flowigen und teils engen Singletrails mit ihren Spitzkehren und technischen Anforderungen sind solche Bikes aber schlichtweg zu unhandlich.

Es gilt deshalb, den bestmöglichen Kompromiss zwischen Sänfte, Bügeleisen, Agilität und Uphill Perfomance zu finden. Aus diesem Grund haben wir uns Rahmentechnisch in der Hauptsache für die Klasse der Enduros entschieden.

So, bevor es nun mit dem Rahmen losgeht, gilt es als erstes, die richtige Rahmengröße zu ermitteln. Wie man diese herausfindet, ist hier nachzulesen.

Für einen Freerider sind zusätzlich jedoch noch ein paar andere Werte entscheidend, die bei normalen Rädern nicht sehr von Bedeutung sind.

Auf normalen Bikes sitzt man deutlich mehr als man steht. Dies gilt ganz besonders für Elektrobikes. Beim freeriden ist es anders. Hier verbringt man aufgrund der Downhills auch viel Zeit stehend, so dass zusätzlich zur Rahmengröße und Geometrie mit Reach und Stack noch zwei weitere Werte hinzukommen, die darüber entscheiden, wie „lang“ oder „hoch“ sich ein Bike anfühlt.

Die Rahmenform

Hier haben wir – bedingt durch den benötigten Platz für den Akku – leider nur wenig Spielraum. Sehr viele Rahmen fallen schon mal raus aufgrund der derzeit so beliebten Rahmenkonstruktionen mit extrem tief gezogenem Oberrohr.

Auch Rahmen, bei denen der Dämpfer zu viel Platz im Rahmendreieck einnimmt, kommen für einen Elektro Freerider nicht in Frage.

Also bleiben in der Hauptsache nur die klassischen Rahmenformen übrig. Das kann übrigens auch Vorteile haben, weil so das Sitzrohr meist durchgängig gerade und die Sattelstütze komplett versenkbar ist. Dazu aber später mehr, wenn es um die Komponenten geht.

Komplettbike umrüsten oder Einzelkomponenten kaufen?

Beides ist möglich und aufgrund der Preise einzelner Komponenten macht mal das eine, mal das andere mehr Sinn.

Die in Frage kommenden Rahmen

Wie angekündigt, wollen wir drei verschiedene Varianten aufbauen. Diese fassen wir jeweils in einer Tabelle zusammen und mit jedem weiteren Artikel des Projekts wird diese Tabelle ergänzt, so dass am Ende eine schöne Auswahl zustande kommt, bei der für jeden etwas dabei sein dürfte.

Einstiegsmodell

In diesem Bereich ein passendes Angebot zu finden, ist am schwierigsten. Denn Einstiegsmodell bedeutet in dem Zusammenhang nichts anderes als „günstig“.

Hier wäre es gut, sich nicht nur auf unsere Empfehlungen zu verlassen, sondern zusätzlich noch in Eigenregie zu suchen. Denn erstens empfehlen wir nur das, was wir kennen oder selbst ausprobiert haben und zweitens können wir unmöglich alle Angebote kennen.

Deshalb empfiehlt es sich, Angebote auch außerhalb unserer Seite zu recherchieren. Wozu ist das Internet schließlich da?

Aber zurück zum Thema. Müssten wir uns aktuell für einen günstigen Freeride Rahmen entscheiden, fiele unsere Wahl wahrscheinlich auf den Curare von Poison Bikes für 399,- Euro.

Der hat alles, was ein guter Freeride Rahmen braucht. Er ist solide und der Hinterbau gibt 150 mm Federweg her. Scheibenbremsen gehen bis maximal 200 mm und man kann Reifenbreiten bis 2,5“ fahren. Damit lässt sich schon einiges anfangen.

Alternativ zum Curare bietet sich der Radon Slide für 999,- Euro an, der noch ein Stück Tourentauglicher und leichter ist als der Poison Rahmen. Wir führen ihn hier trotz des höheren Preises mit auf, weil er uns im Internet mehrfach für um die 550,- Euro inklusive Dämpfer begegnet ist.

Ausstattung Poison Curare Radon Slide
Rahmen oder Komplettbike Rahmen Rahmen
Reach und Stack Reach: 400 mm / Stack: 580 mm (140 mm Federgabel) Anfrage läuft
Dämpfer Nein Ja – Fox RP 23
Federweg 150 mm 160 mm
Gewicht 2.950 Gramm 2.900 Gramm inkl. Dämpfer (16″ Rahmen)
Preis 399,- Euro 999,- Euro UVP (mehrfach für 550,- Euro gesehen)

Allround Modell

Hier machen Einzelkomponenten wenig Sinn, da die Einzelverkaufspreise unter dem Strich deutlich teurer kämen. Besser ist, ein Komplettbike zu kaufen und entsprechende Einzelteile auf die Bedürfnisse eines Elektro Freeriders abzustimmen.

Unsere Wahl würde hier auf das Giant Reign 2 für 1.899,90 Euro fallen. Der Rahmen ist Top und bietet mit dem Fox Dämpfer 152 mm Federweg. Die Fox Float 32 Gabel passt gut dazu, so dass an dieser Front erst mal Ruhe herrscht.

Bleiben noch einzelne Komponenten, die später ausgetauscht werden müssen. Das Reign gibt es auch als X2 Version mit 170 mm Federweg für 2.499,90 Euro.

Alternativ dazu würde uns das Hai Zone 7.0 für 2.279,- Euro sehr gut gefallen. Etwas schwerer aber dafür mit 180 mm Federweg ausgestattet. Hier sind es vor allem die Hussefelt Komponenten und die schweren Reifen, die das Gewicht in die Höhe treiben.

Für besonders große Fahrer käme auch noch das Trek Remedy 7 in Frage. Wie das Giant bietet es ebenfalls 150 mm Federweg an, ist mit 2.699,- Euro allerdings auch teurer.

Ausstattung Giant Reign 2 


Haibike Hai Zone 7.0 

Rahmen oder Komplettbike Komplettbike Komplettbike
Reach und Stack Anfrage läuft Anfrage läuft
Dämpfer Ja- Fox Float RP-2 Ja – Fox Van R Stahlfeder
Federweg 152 mm (oder 170 mm in der X2 Version) 180 mm
Gewicht 13,3 KG* 17,7 KG*
Preis 1.899,90 Euro 2.278,55 Euro

* Das Gewicht ist abhängig von der Rahmengröße und in unserem Fall zu vernachlässigen, weil es sich mit jedem Schritt in Richtung Elektro Freerider ändert.

High End

Im Highend Bereich würden wir uns für das TREK Scratch 9 entscheiden. Ein Freerider, der trotz Bikepark Tauglichkeit immer noch agil und wendig genug ist, um auch auf Trails richtig Freude zu machen. Dabei wiegt er gerade mal soviel wie ein etwas schwereres Enduro. Der Leichtbau hat allerdings auch seinen Preis.

Einziges Manko des Bikes ist bei kleineren Rahmengrößen der geringe Platz für den Akku. Kleinere Piloten sollten sich deshalb für das Modell TREK Scratch 9 Air entscheiden, welches dank des kleineren Luftdämpfers mehr Platz bietet.

 

Ausstattung Trek Scratch 9
Trek Scratch 9 Air
Rahmen oder Komplettbike Komplettbike Komplettbike
Reach und Stack Reach: 413 mm / Stack: 580 mm (17,5″) Reach: 413 mm / Stack: 580 mm (17,5″)
Dämpfer Ja – Fox DHX RC4 Ja – Fox Float RP 23
Federweg 170 mm 170 mm
Gewicht 15,5 KG* 15,5 KG*
Preis 4.999,- Euro 4.999,- Euro

* Das Gewicht der Komplettbikes ist abhängig von der Rahmengröße und in unserem Fall zu vernachlässigen, weil es sich mit jedem Schritt in Richtung Elektro Freerider ändert.

Im nächsten Teil des Freeride Projekts geht es dann um Dämpfer, Gabeln und Steuersatz.

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