Elektro Freeride Projekt – Rahmen, Motoren, Komponenten und Kosten

Nachdem wir den Begriff Freeride für unsere Zwecke definiert haben und hoffentlich jedem klar geworden ist, dass nahezu jeder freeriden kann, wollen wir uns heute mit den Rahmenbedingungen eines Elektro Freeriders befassen.

Ach ja und eines noch: wer sich für Freeride nicht so sehr interessiert, dem sei gesagt, dass es sich damit ein klein wenig wie mit der Formel1 und normalen Autos verhält.

Vieles, was uns in unseren Autos heutzutage als selbstverständlich erscheint, ist ursprünglich für die Formel1 entwickelt worden. Ähnliche Einflüsse haben auch die Entwicklungen im Downhill und Freeride auf normale Bikes.

Das Bike

Ordentlicher Federweg

Natürlich kann man auch mit einem Hardtail freeriden, keine Frage. Das setzt jedoch eine hervorragende Fahrtechnik voraus und ganz ehrlich: so richtig Spaß macht es nur mit einem voll gefederten Bike.

Wir brauchen also einen akzeptablen Federweg. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, wie viel Federweg er (oder selbstverständlich auch sie) für richtig hält. Weniger als 140 mm sollte ein Freeride Bike aber nicht haben. Damit lassen sich Hindernisse bis zu 10 Zentimeter Höhe relativ problemlos überrollen und das sollte schon möglich sein.

Man muss auch bedenken, dass die meisten Vorbehalte gegen mehr Federweg daher kommen, dass das Bike dadurch schwerer wird. Ein Umstand, dem wir dank des Elektromotors nicht so viel Bedeutung beimessen müssen.

Stabiler Rahmen

Selbst wenn man wenig springt, fährt man mit einem Freerider doch in deutlich rauerem Gelände, so dass das Bike naturgemäß härtere Schläge wegstecken muss als ein Marathon oder CC-Bike.

Deshalb darf der Rahmen ruhig etwas stabiler ausfallen. Das gilt auch für die Lager, Buchsen und Gelenke.

Die Komponenten

Hochwertig sollen sie sein und möglichst stabil. Hochwertig und stabil sind Komponenten aller namhaften Hersteller eigentlich immer. Leider sind sie meist auch teuer. Und das ist ausnahmsweise mal eine gute Nachricht.

Teuer werden Komponenten nämlich nicht durch ihre Stabilität, sondern durch ihr geringes Gewicht. Da wir darauf aber nicht so sehr angewiesen sind, können wir uns fast überall für die günstigere Variante entscheiden, ohne Qualitätseinbußen zu erleiden.

Der Elektro Antrieb

Hier kommt eigentlich nur ein Hinterradmotor in Frage. Ein Vorderradmotor neigt beim Uphill im Gelände viel zu stark zum durchdrehen und hat beim Downhill unter Umständen eine unerwünschte Bremswirkung.

Zudem wirkt sich das Gewicht am Vorderrad beim freeriden negativ auf die Fahreigenschaften aus. Und das nicht nur bei Sprüngen. Die Dynamik und Agilität würde einfach zu sehr leiden.

Eine Alternative wäre noch der Tretlagermotor. Um ehrlich zu sein, wäre das sogar die eleganteste Lösung, weil das Gewicht dadurch zentral wäre und den Schwerpunkt schön nach unten und mittig verlagern würde.

Leider lassen sich Tretlagermotoren nicht so einfach nachrüsten wie Nabenmotoren und bringen meist unliebsame Kettenführungen und Umlenkungen mit sich. Ein weiterer Nachteil ist, dass keine Rekuperation möglich ist. Gerade bei längeren Abfahrten wirkt sich das doch spürbar auf die Reichweite aus.

Aber selbst wenn man das alles in Kauf nimmt, bleibt immer noch das Problem der niedrigen Bodenfreiheit. Denn die Motorengehäuse befinden sich in der Regel unterhalb des Tretlagers. Bislang hat  es nur Haibike mit seinem eQ geschafft, das Problem sauber zu lösen, indem sie den ganzen Aufbau einfach gedreht haben.

Es bleibt also nur der Hinterrad Nabenmotor, der unter den gegebenen Umständen sicher die eleganteste und effektivste Lösung darstellt.

Die Kosten

Wir haben lange überlegt, in welche Preisklasse unser Elektro Freerider am Besten einzuordnen ist. Da wir aber zu keiner vernünftigen Lösung gekommen sind, die allen gerecht würde, haben wir entschieden, einfach drei Modelle zusammenzustellen.

Ein günstiges Einsteigermodell, ein Allround Modell im mittleren Preissegment, sowie einen High End Elektro Freerider, der dann auch entsprechend Geld kostet.

Wir werden die jeweiligen Teile und Komponenten jeweils übersichtlich inklusive Kosten in einer Tabelle auflisten, so dass man bei Bedarf auch mischen kann.

Beginnen werden wir im nächsten Teil mit dem Freeride Rahmen, bei dem es im Vergleich zu herkömmlichen Rahmen ein paar zusätzliche Punkte zu beachten gilt.

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