Elektro Bike, Umweltschutz und Portemonnaie…

Wie viel Geld spart man mit einem Elektro Bike wirklich?

Umwelt und Klima betreffen uns alle. Nicht wenige vertreten die Ansicht, dass globale Probleme aus lokalen Ursachen entstehen und auch nur dort behoben werden können.

Deshalb ist es notwendig, dass jeder von uns einen kleinen Beitrag im Rahmen seiner Möglichkeiten leistet. Ein möglicher Weg ist dabei der Umstieg auf ein Elektro Bike.

Jetzt aber zu glauben, dass die breite Masse aus Umweltschutzgründen von heute auf Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, ist utopisch.

Da gehört schon ein bisschen mehr dazu. Und dieses Mehr ist es auch, das Elektro Bikes neben dem Spaß so erfolgreich macht.

Es geht ums Geld. Eine einfache Rechnung zeigt auf, wie schnell sich die Investition in ein Elektro Bike lohnt. Dass neben einem volleren Portemonnaie damit noch eine Menge Spaß und ein generell gesünderer Lebenswandel verbunden ist, gibt es quasi als nette Dreingabe dazu.

Die Rechnung

Angenommen, Max Mustermann fährt jeden Tag 15 Kilometer zur Arbeit. Er besitzt einen typischen Mittelklassewagen in der Größenordnung eines VW Golf und verbraucht 6,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer.

[Update: Aufgrund der gestiegenen Benzinpreise finden Sie am Ende dieses Artikels eine Übersicht mit den aktuellen Zahlen.]

Demzufolge sähe die Rechnung so aus:

Bei 220 Arbeitstagen legt Herr Mustermann jährlich 6.600 Kilometer zurück. Bei einem Verbrauch von 6,5 Litern Benzin auf 100 Kilometer benötigt er nur für die Fahrt zur Arbeit 429 Liter Kraftstoff.

Bei einem Angenommenen Benzinpreis von derzeit €1,38 kommen so €592,02 zusammen.

Desweiteren ist Herr Mustermann Mitglied in einem Fitnessstudio oder sonstigem Verein und geht dort zwei Mal die Woche zum Training. Das Studio/der Verein befindet sich im 6 Kilometer entfernten Nachbarort.

An 45 Wochen im Jahr fährt er mit dem Auto dahin. Somit kommt er hier auf weitere 1.080 Kilometer im Jahr. Bei gleicher Kraftstoff Rechnung kostet ihn das €96,87.

Dazu kommen kleinere, alltägliche Besorgungen. Der Weg zum Bäcker, der schnelle Einkauf, weil die Milch vergessen wurde, und so weiter. Das sind zusätzliche 10 Kilometer in der Woche, welche mit weiteren 43,05 zu Buche schlagen.

Gesamt kostet ihn die Fahrt mit dem Wagen im Jahr €731,94 oder €60,99 im Monat.

Wie sieht im Vergleich dazu die Rechnung für das Elektro Bike aus?

Elektro Bikes haben in der Regel eine Reichweite von 30 bis 90 Kilometer, die aber abhängig von Fahrergewicht oder Steigungen variieren kann. Wir rechnen deshalb im Mittel mit 60 Kilometern Reichweite.

Herr Mustermann fährt pro Jahr 8.160 Kilometer. Bei einer angenommenen Reichweite des Elektro Bikes von 60 Kilometern entspräche das 136 Akku Ladungen.

Eine Akkuladung kostet auch bei ungünstigster Rechnung nicht mehr als €0,50, so dass hier Gesamtkosten in Höhe von €68,- jährlich oder €5,66 im Monat anfallen.

Würde man die beiden Rechnungen nun einfach so gegenüber stellen, brächte das Elektro Bike eine satte Ersparnis von €663,94 im Jahr oder €55,32 im Monat!

Kann man das so rechnen?

Nein. Es wäre schön, wenn es so einfach wäre. Aber natürlich berücksichtigt die Gegenüberstellung keine Faktoren wie Wetter und Wohlbefinden.

Kaum jemand wird es schaffen, das ganze Jahr über mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Oft wird das Wetter nicht mitspielen und manchmal gibt es Tage, an denen man sich einfach nicht danach fühlt, mit dem Rad zu fahren.

Es macht deshalb Sinn, die Rechnung um den Faktor 50% zu dämpfen. So bleibt unterm Strich eine effektive Ersparnis von €331,97 jährlich oder €27,66 im Monat. Eine beeindruckende Zahl für ein Gerät, welches einfach nur Spaß macht.

Lässt man jetzt noch den enormen gesundheitlichen Nutzen und die Schonung der Umwelt in die Rechnung einfließen, führt am Elektro Bike kein Weg vorbei.

Aber halt! Vielleicht wendet der eine oder andere jetzt ein „was ist mit dem Akku? Selbst moderne Lithium Ionen Akkus haben nur einen Lebenszyklus von 1.000 Akkuladungen“. Danach muss ein neuer her und der verursacht Zusatzkosten.

Ein berechtigtes Argument. Gehen wir deshalb von einer Nutzungsdauer von drei Jahren aus und schauen wir uns dazu zwei Zahlen an.

1.      9.990,-

2.      11.490,-

Die erste Zahl ist der Preis, den Her Mustermann für seinen Golf beim Wiederverkauf mit 60.000 Kilometern erzielt.

Die zweite Zahl ist der Erlös, den er für seinen Golf mit einer Laufleistung von 48.000 Kilometern erzielt. (Die Preise entstammen zwei zufällig gewählten Angeboten auf mobile.de)

Durch das Ersetzen des Autos mit dem Elektro Bike fährt Herr Mustermann in nur drei Jahren 12.240 Kilometer weniger mit seinem Auto. Eine geringere Laufleistung wirkt sich bei ansonsten gleicher Ausstattung immer positiv auf den Wiederverkaufswert aus.

In unserem Beispiel macht das nach drei Jahren die stolze Summe von €1.500,- aus. Dafür lassen sich eine Menge Akkus für das Elektro Bike kaufen.

Würde man jetzt noch den geringeren Verschleiß am Auto mit einbeziehen, fiele die Rechnung noch deutlicher zu Gunsten des Elektro Bikes aus.

Fazit

Neben einer Menge Spaß und Schonung der Umwelt, sorgt der Umstieg auf ein Elektro Bike für ein ordentliches Plus im Portemonnaie, mit dem sich das neue Rad fast schon wieder finanzieren lässt.

Aktualisierte Zusammenfassung

Zugrunde gelegt wird in dieser Auflistung die volle, im Artikel angesprochene jährliche Fahrleistung von 8.160 Kilometern.

Der Strompreis ist bewusst zu hoch angesetzt, um den unterschiedlichen Stromverbrauch zwischen Pedelecs, E-Bikes und E-Rollern zu vereinheitlichen.

Beim Auto wird von einem Durchschnittsverbauch von 6,5 Litern auf 100 Kilometer ausgegangen.

Datum Benzinpreis / Strompreis Kosten Benzin / Strom Ersparnis Jahr / Monat
17.11.2010 1,38 / 0,50 731,95 / 68,- 663,95 / 55,32
26.02.2011 1,48 / 0,50 784,99 / 68,- 716,99 / 59,75
14.04.2011 1,62 / 0,50 859,25 / 68,- 791,25 / 65,94

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