Der Gruber Assist Antrieb

Schon des Öfteren haben wir den Gruber Assist Antrieb erwähnt. Es wird Zeit, ihn einmal für alle, die ihn noch nicht kennen, vorzustellen.

Das Solid Blade Electro wird mit Gruber Assist angetrieben

Was ist der Gruber Assist?

Zunächst einmal handelt es sich beim Gruber Assist um nichts anderes als einen Elektro Bike Nachrüstsatz.

Das hervorstechendste Merkmal ist dabei sein geringes Gewicht. Der Motor bringt gerade einmal 0,9 Kg auf die Waage und je nachdem, für welchen Akku man sich entscheidet, bleibt das Gesamtgewicht unter 2,0 Kg.

Was leistet der Gruber Assist?

Entgegen den meisten Pedelecs leistet der Gruber Assist Elektro Antrieb nur 200 Watt und auch die Unterstützung funktioniert anders als vom Pedelec gewohnt.

Um die optimale Leistung aus dem Gruber Assist herauszuholen, bedarf es einer Trittfrequenz von 60 bis 90 Pedalumdrehungen pro Minute.

Dabei ist das System so konzipiert, dass es umso stärker unterstützt, je weniger der Fahrer arbeitet. Je mehr Leistung der Fahrer selbst erbringt, desto weniger unterstützt der Motor.

Die Reichweite des Gruber Assist

Auch hier geht man einen anderen Weg als herkömmliche Pedelecs. Es gibt keine Angaben in Kilometern, sondern in Minuten.

Je nach verwendetem Akku unterstützt der Gruber Assist den Fahrer mindestens 45 Minuten. Mit einem stärkeren Akku sogar bis zu 70 Minuten.

Der Einbau des Gruber Assist

Bis auf die Lenker Bedieneinheit ist der Gruber Assist vollständig unsichtbar. Der Motor ist im Sattelrohr untergebracht und greift über ein Kegelradgetriebe auf die Antriebswelle der Tretkurbel zu.

Ein Freilauf ermöglicht das normale Fahren auch bei ausgeschaltetem Motor. Da der Akku recht klein ist, wird er meist in einer kleinen Satteltasche untergebracht, die auch während der erforderlichen Absenkung des Sattels bei steilen Abfahrten nicht stört.

Für den Einbau eines Gruber Assist sind ein paar Vorgaben zu beachten, die auf der Hersteller Seite zu finden sind.

So funktioniert der Gruber Assist

In diesen beiden Videos sind die Funktionsweise und der Einbau des Gruber Assist gut zu sehen.

Vorteile des Gruber Assist

Da wäre natürlich zuallererst das sehr geringe Gewicht. Ein Elektro Bike Nachrüstsatz unter zwei Kilogramm ist bislang unerreicht und schon deshalb eine Überlegung wert.

Das Problem der „ungefederten Masse“ existiert nicht. Gerade bei Fullys und normalen Nachrüstsätzen wird immer wieder beklagt, dass das zusätzliche Gewicht des Elektromotors Teil der ungefederten Masse ist und ein Rad dadurch im Gelände schwerer zu kontrollieren sei.

Da der Gruber Assist im Sattelrohr und damit im Rahmen selbst verbaut ist, stellt sich das Problem hier nicht. Die Sache mit der ungefederten Masse ist allerdings eine Geschichte für sich und es wird dazu demnächst noch ein Artikel folgen. Nur soviel vorab: es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Vieles an der Diskussion ist schlichtweg übertrieben.

Die Nachteile des Gruber Assist

Natürlich gibt es – wie immer – auch Nachteile. Da wäre zum einen der Einbau, der sich doch etwas schwieriger gestaltet als der eines herkömmlichen Pedelec Nachrüstsatzes.

Außerdem muss das Fahrrad zwingend über ein gerades und durchgängiges Sattelrohr verfügen. Das Sitzrohr darf nicht gebogen oder unterbrochen sein. Viele Fullys scheiden dadurch von Vornherein aus.

Er ist für einen „unsichtbaren“ Antrieb relativ laut und macht die typischen Heulgeräusche eines Getriebemotors. Das machen aber alle anderen Elektrobikes mehr oder weniger auch.

Speziell beim Gruber Assist ist es jedoch so, dass sich dieser Effekt je nach Beschaffenheit des Sitzrohrs verstärken kann. Die modernen, konifizierten Alu Rahmenrohre können dabei wie ein Resonanzkörper wirken. Ob das allerdings wirklich ein Nachteil ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wirklich störend ist es nämlich nicht.

Dann wäre neben dem Preis noch die Frage zu klären, ob es sich bei einem mit Gruber Assist ausgestatteten  Fahrrad überhaupt um ein Pedelec handelt. Da aber beide Punkte nicht unbedingt Nachteile sein müssen, führen wir sie gesondert auf.

Ist der Gruber Assist ein Pedelec Nachrüstsatz?

Zunächst einmal nicht. Erstens weicht die Leistung von 200 Watt von der gängigen 250 Watt Pedelec Leistung ab und zweitens ist die für Pedelecs erforderliche Begrenzung auf 25 km/h zunächst nicht gegeben.

Da der Gruber Assist nicht über diese Abregelung verfügt, ist der Antrieb auch nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen.

Dieser Umstand stellt aber kein Problem dar, weil der Anbieter das natürlich weiß und auf Wunsch problemlos eine solche Begrenzung eingebaut werden kann.

Der Preis des Gruber Assist

Für weniger als 2.000 Euro ist der Gruber Assist im Regelfall nicht zu haben. Dafür ist aber bei vielen Anbietern der Einbau inklusive. Hier hilft nur der Gang zum versierten Fachhändler mit kompetenter Beratung.

Für wen lohnt sich der Gruber Assist?

Für alle, die eigentlich nicht Pedelec fahren wollen, gleichzeitig aber gerne über Unterstützung bei Bedarf verfügen würden.

Der Gruber Assist ist der perfekte Antrieb für „normale“ Biker, die wirklich nur Lastspitzen ausgleichen wollen.

Darüberhinaus lohnt er sich für alle, die im wirklich harten Freeride Bereich unterwegs sind. Denn nur dort, wenn es wirklich um hohe Sprünge und viel Trickserei geht, macht sich das Problem „ungefederte Masse“ bemerkbar.

Wer ein Anhänger von Pulsgesteuertem Training ist, wird mit dem Gruber Assist sicherlich auch glücklich, denn ähnlich wie beim Tretlagermotor lässt sich die Schaltung in die Übersetzung mit einbeziehen.

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